Vorhaben

Anfang 2016 gründeten wir unseren Verein mit der folgenden Absicht:

Der Verein für Kultur und Tauschwirtschaft möchte in Liestal die Idee einer «Tauschwirtschaft» etablieren und dies im doppelten Sinne: Einerseits als Aktivität – die Möglichkeit, Gegenstände und Dienstleistungen untereinander zu tauschen – und andererseits als Lokalität – als Ort, wo man sich bei einer Suppe oder einem Kaffee trifft und sich gegenseitig austauscht.

Das übergeordnete Ziel des Vereins für Kultur und Tauschwirtschaft ist eine vernünftige und sinnvolle Ressourcennutzung. Mit Ressourcen sind für uns nicht nur tatsächliche Gegenstände und Material gemeint, sondern auch Wissen und Fähigkeiten. Daher möchten wir eine virtuelle und reale Plattform aufbauen, wo alle möglichen Gegenstände zum Tausch angeboten werden. Die meisten Menschen besitzen Dinge, die sie nur ein, zwei Mal pro Jahr aus dem Keller hervorholen. Wenn sich viele Leute zusammenschliessen und Gegenstände anderen Mitgliedern zur Ausleihe anbieten, eröffnen sich für alle Beteiligte neue und sinnvolle Möglichkeiten. So muss nicht jeder alle möglichen Dinge selber anschaffen und zuhause aufbewahren, welche nur sporadisch genutzt werden. Damit fördern wir den bewussten Umgang mit Konsumgütern und kurbeln die soziale Interaktion zwischen den Einwohnern von Liestal an. Gleichzeitig bietet dies auch Menschen die Möglichkeit, Zugang zu bestimmten Dingen zu erhalten, die für sie vielleicht nicht erschwinglich wären.

Dieser Tausch von Gegenständen möchten wir gerne erweitern. Denn wir sind der Ansicht, dass jeder Mensch besondere Fähigkeiten hat, die sich für andere Menschen als sehr nützlich erweisen können. Mitglieder erstellen ein Profil und geben Auskunft über ihre Fähigkeiten, welche sie zum Tausch anbieten. Einige können vielleicht besondere Spezialitäten kochen und bieten ihr Können für eine grosse Feier an. Andere haben Freude daran, die deutsche Sprache zu vermitteln. Wieder andere bieten ihre Hilfe an beim Briefe schreiben oder bei der Steuererklärung. Vielleicht gibt es auch passionierte Handwerker, die ihr Wissen gerne weitergeben möchten.

Um Kontakte zu knüpfen, soll ein niederschwelliger Treffpunkt entstehen. Die Hemmschwelle wird tiefer, wenn man sich untereinander kennt, um eine Dienstleistung für jemanden zu erbringen oder von jemandem zu erhalten.

Daher möchte der Verein für Kultur und Tauschwirtschaft  einen Treffpunkt für alle in Liestal realisieren. Die Lokalität soll Dreh- und Angelpunkt für die verschiedenen Teilprojekte werden. Gleichzeitig sollen so Personen unterschiedlicher Herkunft zusammen an einem Tisch sitzen. 

Das Projekt soll weiter ausgebaut werden: Das Programm soll nach den Talenten und der Verfügbarkeit der engagierten Mitglieder gestaltet werden. Idealerweise würden wir die Lokalität auch anderen engagierten Personen zur Verfügung stellen (je nach Angebot auch vermieten), welche eigene Projekte, Kurse und Werkstätten anbieten möchten. Denkbar und zum Teil bereits in Planung sind Kochkurse, Sprachunterricht für Flüchtlinge, Rechtsberatungen, Mutter- und Kind-Treffpunkte, Filmabende,  Bastel-Nachmittage usw. Die Lokalität soll auch für kulturelle Aktivitäten wie Kunstausstellungen oder Konzerte genutzt werden können.  Selbstverständlich wird die Lokalität auch für Personen zugängig sein, welche keine Vereinsmitglieder werden möchten. Bei uns soll es Kaffee, Tee, Suppen und kleinere Snacks zu günstigen Preisen geben; es wird allerdings kein Zwang zur Konsumation geben.

Unser Ziel ist die Etablierung einer «sharing culture» in Liestal.

Ende 2016 konnten wir unseren Wunsch in Realität umsetzen und mieteten einen Raum im Ziegelhof-Areal im „Haus zum Eck“.

Die Kulturstube war geboren!

Fortan lief bei uns einiges. Wir organisierten regelmässig einen grossen Kleidertausch, veranstalteten Themenabende mit Filmen und Diskussionsrunden, organisierten Philosophieabende, bieteten eine Plattform für Musiker*innen und Künstler*innen und boten Raum für Ausstellungen und Kurse. Zwischenzeitlich verwandelte sich die Kulturstube während der Fasnachtszeit in die legendäre Heldenbar. Wir organisierten Sammelaktionen für Flüchtlinge und vermieteten die Kulturstube auch an Externe. Es war immer viel los!

Ende 2018 haben wir uns entschlossen, den Raum nicht mehr weiter zu mieten. Aber auch wenn es die Kulturstube als physischen Raum nun nicht mehr gibt, sind wir immer noch mit unseren Ideen präsent.

Denn:

Einige unserer Angebote werden weiterhin in einer anderen Lokalität stattfinden (Open Mic, evtl. auch Kleidertausch). Und das Projekt Schreibstube läuft wie gewohnt weiter.